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Merkblatt zur Einführung in die Taxonomie der Bakterien

Archaebakterien
(Archaeobactaeria, Archaea)
früher als Abt. 4 der Eubakterien: „Mendosicutes“ (mendosus lat: Fehler besitzend, abartig)

Das Urreich der Archaebakterien gliedert sich in 15 bis 20 Phyla bzw. Zweige (Abb. 1). Physiologisch/morphologisch können 5 Gruppen unterschieden werden:

I. Methanogene
anaerobe Atmung mit CO2 als H-Akzeptor, CO2 + H2  CH4
anstelle von H2 können auch niedermolekulare organische Substanzen (Formiat, Acetat u. a.) als H-Donatoren dienen.
Vorkommen: Sümpfe, Sedimente, Pansen, Biogasanlagen
Beispiel: Methanobacterium

II. Sulfatreduzierer
zu den Archaebacterien gehören hyperthermophile Sulfatreduzierer, die bei 140 °C lebensfähig sind; alle anderen Gruppen von Sulfatreduzierern gehören zu den Eubakterien
Beispiel: Archaeoglobus (vgl. Abb. 2)

III. Extrem Halophile
extrem halophile Archaebakterien; Optimum: 12 – 23 % NaCl, Maximum: 32 % (= gesätt. Salzlösung); z. T. Lichtnutzung und phototrophe ATP-Bildung mittels Bacteriorhodopsin, das in der sogen. „Purpurmembran“ lokalisiert ist.
Beispiel: Halobacterium

IV. Zellwandlose
Beispiel: Thermoplasma (nur CM vorh.)

V. Extrem thermophile Schwefel-Verwerter
a) extrem thermophil (85 – 105 °C); Nutzung von CO2 (od. CO) und H2
z. T. S°  H2S (S°-Reduktion)
b) acidophil in sauren Wässern
S°  SO42- (Schwefelsäureproduktion, S°-Oxidation)
Beispiel: Sulfolobus (vgl. Abb. 2), Desulfurococcus, Thermoproteus

Die Gruppe I bis IV stellen den 1 Hauptzweig der Archaebacterien dar (= Euryachaeota). Gruppe V stellt den 2. Hauptzweig der Archaebakterien (= Crenarchaeota) dar.
Eubakterien
(Eubacteria, Bacteria)

Das Urreich der Eubakterien gliedert sich in ca. 20 Phyla bzw. Zweige (Abb. 3). Die meisten Zweige der Eubakterien sind gramnegativ nur 1 – 2 Zweige sind grampositiv (letztere umfassen aber sehr viele Gattungen bzw. Arten).

 Aquifex/Hydrogenobacter-Zweig
tiefster Abzweig der Eubakterien, hyperthermophile MO, anaerob bis microaerophil, obligat chemolithiptroph (H2-Oxidation).
H2, S° oder S2O3- als H-Donator
NO3- als H-Akzeptor

 Thermotoga-Zweig
extrem thermophil (ursprüngliches Merkmal), weitverbreitet in heißen Quellen besitzen zusätzliche Hülle um Zellwand („Toga“); keine DAP in Murein; in Lipiden: langkettige Dicarbonsäuren als Besonderheit.

 Oxyphotobacteria
1. Gruppe: Cyanobakterien (ältere Bez.: Baualgen)
  • Photosynthese ähnlich der der Pflanzen (aber kein Zellkern und Murein-haltige Zellwand = typ. Bakterienmerkmal), vgl. Abb. 4; Besitz von Chlorophyll a und Phycobilinen (als Hilfspigmenten).
  • Vorkommen im Wasser oder in feuchten, warmen Böden (oder auf Gesteinen)
  • einzellig (z. T. als durch Schleim verbundene Zellverbände) oder mehrzellig (Fäden, Trichome)
  • keine Geißeln, mobil durch gleitende Bewegung oder Schweben in lichtintensive Wasserbereiche mittels Gasvakuolen
  • oft N2-Fixierung; bei fädigen Typen durch spezielle Zellen, den dickwandigen Hererocysten (enthalten Nitrogenase; keine photosynth. O2-Produktion in diesen Zellen)
  • durch Phosphateinträge in Gewässer ( Eutrophierung) oft Massenentwicklung dieser Bakterien an der Oberfläche von Gewässern (N-Mangel kann durch N2-Fix. ausgeglichen werden)
  • z. T. symbiontisches Vorkommen mit Pilzen als Flechten
  • Beispiele: Anabaena, Nostoc, Chlorococcus

2. Gruppe: Prochlorales
besitzen Chlorophyll a und b (ohne Phycobiline) – wie grüne Pflanzen
Vorkommen als extrazelluläre Symbionten von marinen Seescheiden (vgl. Abb. 5: evolutionäre Beziehungen zu grünen Pflanzen)
Beispiel: Prochloron

 Anoxyphotobacteria
  • auch diese Bakterien betreiben Photosynthese, aber eine anaerobe Photosynthese (d. h. eine typ. bakterielle Photosynthese, die sich von der pflanzlichen oder der der Oxyphotobacteria unterscheidet (Abb. 6).
  • als Pigmente kommen Bacteriochlorophylle vor, die andere Lichtanteile absorbieren als Chlorophyll (Leben d. Anoxyph. bakt. auch in tieferen Schichten, wo anaerobe Verhältnisse und gerade noch Licht)
Erscheinungsbild der Biomasse: rot-braun-oliv (selten grün)
  • verschiedene Zellformen (Stäbchen, Kokken, Spirillen, sprossende Formen); oft begeißelt
  • Vorkommen in Süß- und Meerwasser (anaerobe Bereiche)
  • z. T. N2-Fixierung, z. T. Massenentwicklung (rote „Platten“ über Schlammschichten der Gewässer)
  • phylogenetisch sehr verschiedene Linien unterscheidbar (obwohl physiolog. ähnl. Eigenschaften):
1. Gruppe: Grüne Schwefelbakterien (eigenes Phylum Chlorobi)
(Chlorobiaceae, Chlorobacteriaceen); oliv bis grün
S° als Zwischenprodukt der anaeroben Photosynthese abgelagert;
i. d. R. extern, d. h. außerhalb der Zellen
Beispiel: Chlorobium

2. Gruppe: Schwefelfreie grüne Bakterien (eigenes Phylum)
(Chloroflexaceae); grün, i. d. R. als Filamente, oft in heißen Quellen
Beispiele: Chloroflexus, Heliothrix (lebt symbiontisch)

3. Gruppe: Schwefelfreie Purpurbakterien (zu Proteobakterien, i. d. R. -Gruppe)
(Athiorhodaceae, Rhodospirillaceae); rot/braun, keine S-Ablagerung bei H2S-Nutzung
Beispiele: Rhodospirillum, Rhodobacter, Rhodocyclus (ß-Gr.), Rhodomicrobium (vgl. Abb. 7).

4. Gruppe: Schwefelhaltige Purpurbakterien (zu Proteobakterien, -Gr.)
(Thiorhodaceae, Chromatiaceae); rot/braun; S als Zwischenprodukt abgelagert,
i. d. R. intern (in den Zellen)
Beispiele: Chromatium, Thiospirillum (vgl. Abb. 8)
Massenentwicklung in oberer Schicht v. H2S-haltigem Tiefenwasser (Abb. 9).

5. Gruppe: Heliobakterien (zu grampositiven Bakterien)
Beispiel: Heliobacterium

 Deinococcus/Thermus-Zweig
Deinococcus: strahlungsresistente Zellen (hocheffiziente Rep.-systeme)
Thermus: thermophile Bakterien (z. T. techn. Enzymproduzenten)

 Planctomyces-Zweig
Sprossende Bakterien, ohne Peptidoglykan

 Gleitende Bakterien
besondere Art der Fortbewegung: gleiten auf Oberflächen (ohne Geißeln); Vorkommen in Boden, Dung, auf verrottenden Pflanzen, Rinde, selten auch im Wasser; gehören zu verschiedenen Phyla:
1. Gruppe: Cytophaga/Flavobacterium/Bacteroides-Zweig: Bacteroidetes
keine Photosynthese, davon nur bestimmte Gattungen gleitend:
Cytophaga: Abbau vieler Stoffe (Zellulose, Lignin, Chitin, Agar)
Flexibacter: fischpathogene Bakt.
Flavobacterium: gelbe Farbstoffe bildend, kaum gleitend, aber verwandt mit vorherigen Gattungen
Bacteroides: nicht gleitend, anaerob (Gärung), Darmbewohner

2. Gruppe: Cyanobacteria (bereits behandelt, s. o.)

3. Gruppe: Vertreter des Phylums Proteobacteria (s. u.)
Myxobacterium: bilden als einzige Bakterien Fruchtkörper:
0,1 – 0,5 mm groß (makroskop. sichtbar, oft lebhaft gefärbt), entstehen durch Zusammenkriechen der Zellen (Abb. 10); bilden Ruhezellen: Myxosporen (Abb. 11),
oft bakteriolytische Wirkung: Überfließen und zersetzen andere Bakterienkolonien
Beggiatoa: blaualgenähnliche filamentöse Formen (aber ohne Photosynthese), keine Fruchtkörper

 Spirochaeten
schraubige, flexible und stark bewegliche Bakterien mit periplasmatischen Geißeln; dadurch korkenzieherartige Bewegungen in hoch viskösen Medien (Serum) und auf Oberflächen möglich; sehr geringe Durchmesser – dadurch schlecht sichtbar im Hellfeld-Mikroskop, saprophyt. od. parasit. Lebensweise


CM + ZW

outer CM

periplasmat. Fibrillen
(= Endogeißeln, = periplasmat. Geißeln)


Die Gesamtheit aller periplasmat. Geißeln wird Axialfilament (od. Axostyle) benannt.
Beispiele: Spirochaeta plicatilis: Sedimente u. Gewässer (saprophyt.)
Treponema pallidum: Syphilis (parasit.)
Borrelia recurrentis: Rückfallfieber (Vektoren: Läuse)
Borrelia burgdorferi: Lyme-Krankheit (Vektoren: Zecken)
Leptospira interrogans: Leptospirosen der Haustiere, z. T. Übertragung auf Mensch (Badeanstalten mit wenig Chlor i. Wasser); Fieber, Nieren- und Leberentzündungen (z. T. latent mehrere Monate)

 Chlamydien
obligate intrazelluläre Parasiten, kein Peptidoglykan, keine Cytochrome u. Atmungskettenenzyme, eigener Baustoffwechsel aber ATP-Schmarotzer, sehr kleines Genom (1/5 bis 1/8 v. E. coli), versch. menschl. u. tier. Erkrankungen.
Beispiel: Chlamydia trachomatis: Trachom
Chlamydia psittaci: Papageienkrankheit
Eine ähnliche Lebensweise wie Chlamydien (als obligate intrazelluläre Parasiten) haben Rickettsien; letztere sind aber nicht verwandt mit dem Phylum der Chlamydien, sondern gehören zu den Proteobakterien (s. u.).




 Proteobakterien
große Bakteriengruppe mit ca. 300 Gattungen; gliedern sich in Alpha-, Beta-, Gamma-, Delta- und Epsilon-Subgruppe.

1. Gruppe: Scheidenumhüllte Bakterien (sheated bacteria)
bilden lange Scheiden, in denen die stäbchenförmigen Bakterien wie in einer Röhre leben, Scheiden können bei Wachstum sehr lang werden (bis cm-Bereich) und bilden fellartige Beläge in Abwasser in Röhren und Gräben (bes. bei Nährstoffüberschuss), z. T. Schäden in der Wasserwirtschaft (Verstopfungen, Aufwuchs auf Wassertieren u. Pflanzen, z. T. sogar Fischaugen; O2-Mangel bei Fischeiern verursachend).
Beispiel: Spaerotilus natans (Trivialname: „Abwasserpilz“)

2. Gruppe: Sprossende Bakterien/Bakterien mit Anhängern (prothekate Bakterien)
Hyphomicrobium: sprossend, Tochterzellen an lebenden Stielchen
bilden z. T. Häutchen auf Wasserbädern
Caulobacter: bohnenförmige Zellen mit Stielen, die sich am Ende mit Anheftungsstellen an feste Oberflächen anlegen können
Gallionella: stäbchen- bis bohnenförmige Zellen bilden an Breitseite Exkretstiele (kein lebendes Material), nicht festsitzend, Stiele aus Schleimfibrillen und Eiseninkrustierungen.

3. Gruppe: Spirillen/gebogene Stäbchen
schraubenförmige unflexible Zellen mit starrer Zellwand, z. T. lophotrich begeißelt; z. T. microaerophil
Beispiele:
Spirillum: spiralförmig, saprophyt, ß
Campylobacter: gebogen, parasit.; Durchfälle bei Mensch und Tieren, Abort bei Schafen und Rindern, Übertragung z. B. durch nicht-pasteurisierte Milch, 
Aquaspirillum: spiralf., saprophyt. i. Wasser, ß
Azospirillum: spiralf., N2-Fixierer(bei Graswurzeln u. a.), 
Bdellovibrio: kleine gebog. Stäbchen, parasitieren an anderen gramnegativen Bakterien, ganze Zelle dringt in Periplasma v. Wirtsbakterien ein und löst Wirtsbakterienzellen auf (Plaque-Bildung), 




4. Gruppe: Aerobe Stäbchen und Kokken
Pseudomonas: monopolar begeißelte Stäbchen, Abbau vieler Stoffe (Cellulose, Lignin, Kohlenwasserstoffe; Aromaten, Detergentien, Herbizide u. a. Umweltchemikalien, bilden z. T. grün fluoreszierende Farbstoffe wie Fluorescein (= Pyoverdin), oder blaue nicht-fluoresz. Farbstoffe wie Pyocyanin, selten pflanzenpathogen.
Xanthomonas: gelbe Pigmente, generell pflanzenpathogen
Azotobacter: freilebende N2-Fixierer, Ca++-Bedarf, können dickwandige Zysten bilden
Rhizobium: symbiontische N2-Fixierer, „Knöllchenbakterien“ der Leguminosen, zu „Rhizobakterien“
Agrobacterium: Erreger des Pflanzenkrebses, besitzt das Ti-Plasmid (Ti = Tumoren induzierend)
Acetobacter:
Gluconobacter:
Brucella: Brucellosen der Haustiere; seuchenhaftes Verwerfen
Neisseria gonorrhoeae: Erreger des Trippers
Methylococcus: methylotrophe Bakterien (Methan/Methanol-Ox.)

5. Gruppe: fakultativ anaerobe Stäbchen
Gärung unter Luftabschluss (versch. Formen v. Gärungen), oft im Darm (= Enteron) vorkommend, daher als Enterobacteriaceae bezeichnet.
Escherichia coli: Modellobjekt der Mikrobiologie, einer der am besten untersuchten Organismen der Welt, Fäkalanzeiger im Trinkwasser,
selten pathogen: bestimmte Stämme verursachen Durchfälle bei Kindern oder Reise-Diarrhoe
Shigella: Ruhr-Erreger
Salmonella: Erreger v. Typhus (Mensch), Paratyphus (bes. Tiere) oder Enteritis (daher: TPE-Erreger)
Salmonella typhi
Salmonella paratyphi
Salmonella typhimurium
Salmonella enteritidis
sowie 2 000 weitere Sarovare
wichtige Keime für Hygienekontrollen, Verbreitung über verschmutztes Wasser oder Lebensmittel
Serratia marcescens: bildet rotes zellgebundenes Pigment: Prodigiosin

Yersinia pestis: Pesterreger, Übertragung z. T. durch Flöhe
Beulenpest: Ratten  Mensch (Rattenflöhe)
Lungenpest: Mensch  Mensch (Tröpfcheninfektion)
Proteus: typ. saprophyt. Bakterien, H2S-Produzent

6. Gruppe: Vibrionen und Verwandte
Vibrio cholerae: Cholera-Erreger
Photobacterium: sendet Licht aus, marine Biotope

7. Gruppe: Chemolithotrophe Bakterien
Nutzung von anorganischen H-Donatoren
Beispiele:
Nitrosomonas: NH4  NO2-
Nitrobacter: NO2-  NO3-
Thiobacillus: H2S/S°  SO42-, z. T. acidophil
techn. Nutzung zur Laugung v. Armerzen („Leaching“)

8. Gruppe: Sulfat- und Schwefelreduzierer (Desulfurikanten)
Anaerobe Atmung mit Sulfat oder Schwefel als e-Akzeptor, obligate Anaerobier (Sedimente v. Gewässern)
Beispiel:
Desulfovibrio: SO42-  H2S (NAD-Regeneration)
H2S reagiert mit Metallen unter Sulfidbildung (schwarze Färbung v. Sedimenten)

 Grampositive Bakterien
(Firmicutes; lat. firmus = fest, stark; bezogen auf Murein)
1. Gruppe: Asporogene Kokken
Micrococcus flavus: Saprophyt, gelbe Pigmente
Staphylococcus aureus: oft als Eitererreger, gelblich
Streptococcus pyogenes: oft Eitererreger, weißlich, bildet hydrolyt. Enzyme u. Toxine;
zu „humanpathogenen Streptokokken“
Streptococcus mutans: Erreger der Karies; zu „oralen Streptococcen“
Lactococcus lactis: Milchsäure-Bakterium; wichtig als Starterkultur der Herstellung
von Milchprodukten (Sauerrahm-Butter); zu „Milch-Streptococcen“
Leuconostoc mesenteroides: Milchsäure-Bakterien, ebenfalls in Milchindustrie
verwendet

2. Gruppe: Endosporen bildende Stäbchen und Kokken
Bacillus subtilis: aerob, Heubazillus
Clostridium: anaerob
Clostridium botulinum: Lebensmittel-Vergifter (Botulismus), bildet das hochtoxische
Botulinus-Toxin; 1 mg ist letale Dosis für 18 0000 Menschen oder 20 Millionen Mäuse
Clostridium tetani: Tetanus-Errger (Wundstarrkrampf)

3. Gruppe: Asporogene Stäbchen
Lactobacillus plantarum: Sauerteig, Silage, Sauerkraut, andere Arten: Milchsäuerung
(z. T. als Starter)
Listeria: z. T. pathogene Arten  Listeriose, versch. Krankheitsbilder, bes. bei geschwächten Personen: Grippe, hohes Fieber, Gehirnhautentzündung, Hautveränderungen, Fehl- und Frühgeburten

4. Gruppe: Actinobacteria/Thallobacteria
unregelmäßige Stäbchen, z. T. auch Filamente und Myzelien bildendend
Corynebacterium: unregelmäß. Stäbchen, z.T. keulenförmig, C. diphteriae (Diphtherie)
Mycobacterium: schlanke Stäbchen, M. tuberculosis, M. bovis (Tuberkulose)
Nocardia: lange verzweigte Fäden, die wieder in Einzelzellen zerfallen können,
Streptomyces: Mycelien bildend (Substratmycel + Luftmyzel), typ. Bodengeruch von Kulturen (Geosmin), Bildung vieler Antibiotika.

5. Gruppe: Mycoplasmen (Mollicutes)
keine echte Zellwand, nur CM (daher resistent gegen Penicillin), stark pleomorph, erscheint in Gram-Färbung gramnegativ, nach rRNA-Daten aber verwandt mit Clostridien, sehr kleine Zellen (0,2 m) und kleines Genom, auf künstl. Medien; spiegeleiartige Kolonien (Mitte erhaben), z. T. Steroidbedarf, saprophyt. oder parasit. Lebensweise.
Beispiel: Mycoplasma pneumoniae: grippeähnl. Infekt/atyp. Pneumonie

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